14. JUNI 2019: STREIKDUFT LIEGT IN DER LUFT - IN DEN ZÜRCHER KINDERBETREUUNG WIRD GESTREIKT!

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09.06.2019

Am 14. Juni 2019 wird gestreikt. Die Fachpersonen in der Kinderbetreuung in Zürich (Hort und Kita) mobilisieren für einen gemeinsamen Streik-Zvieri auf der Bäckeranlage in Zürich. Wir Frauen* aus der Kinderbetreuung setzten damit am 14.6.2019 ein deutliches Zeichen an die Verantwortlichen in unserer Gesellschaft! Genauere INFO ZUM FRAUEN*STREIK IN DER KINDERBETREUUNGSBRANCHE UND ZUM ABLAUF AM 14. JUNI 2019 IN ZÜRICH findest du hier!

Um die Gesellschaft auf diese Anliegen und unseren stark feminisierten Beruf aufmerksam zu machen, nimmt die TrΩtzphase am diesjährigen Frauen*streikteil. Der Streik findet am 14. Juni 2019 in der ganzen Schweiz statt. Wir rufen die Fachpersonen in der Betreuung auf, sich daran zu beteiligen. Falls die ganztägige Schliessung der Kita nicht umsetzbar ist, schlagen wir folgende Alternativen vor:

>> 14. Juni 2019: Kinderbetreuerinnen* trotzen (zum Ausdrucken)!

Wir sind uns bewusst, dass eine Grundversorgung an diesem Tag aufrechterhalten werden muss –nämlich für all jene Eltern, die ihre Kinder an diesem Tag nicht aus der Kita nehmen können. Gleichzeitig wissen wir aber auch von einigen solidarischen Eltern, die den Frauen*streik in zahlreichen Kitas und Horten tatkräftig unterstützen. Dies ermöglicht vielen Frauen* aus der Kinderbetreuung, sich an diesem Tag auf die Bäckeranlage in Zürich zu begeben! Einige haben auch schon durchsickern lassen, dass ihre Kita an diesem Tag ganz schliessen wird.

Es ist klar: Je mehr Eltern – insbesondere Väter, Grossväter oder andere männliche Bezugspersonen – ihre Kinder an diesem Tag aus der Kita nehmen und privat betreuen, umso mehr von euch Frauen können die Arbeit an diesem Tag niederlegen und am Frauen*streik teilnehmen.

Bei Fragen und für Unterstützung stehen wir euch gerne zur Verfügung (Enable JavaScript to view protected content.).

Um zusammen ein grosses Zeichen am Frauen*streik zu setzen, gibt es auch andere Streikformen: eine verlängerte Pause einlegen, ein Streik-T-Shirt und/ oder Button tragen, oder den Frauen*streik in den Kitas zusammen mit den Kolleg*Innen, den Kindern und den Eltern thematisieren.

Warum am 14. Juni 2019 streiken?

Der 14. Juni ist ein Schlüsseldatum für die Gleichstellung von Mann und Frau in der Schweiz. 1981 hiess das Volk den entsprechenden Verfassungsartikel gut. Zehn Jahre später streikten die Frauen. 2019 zeichnet sich ein neuer Frauenstreiktag ab. Es gibt allen Grund dazu, denn der Verfassungsartikel wurde bis heute nicht umgesetzt. Die TrΩtzphase beteiligt sich am Frauen*streiktag und strebt in Zürich eine Streikaktion mit allen Fachpersonen in der Kinderbetreuung an.

Am 14. Juni 2019 findet bekanntlich ein landesweiter Frauen*streik- und Aktionstag statt. Er bietet allen Frauen* und solidarischen Männern die Gelegenheit, auf Defizite bei der Gleichstellung aufmerksam zu machen. Diese Gelegenheit bietet sich auch für uns Fachfrauen in der Kinderbetreuung an!

Wie ihr vielleicht wisst, sind Frauenberufe nach wie vor allgemein weniger anerkannt und schlechter bezahlt. Zudem leisten Frauen einen grösseren Anteil an unbezahlter Arbeit, sei es im Privathaushalt oder auch durch die Pflege und Betreuung von Angehörigen. Direkt betroffen von dieser Problematik sind auch wir Fachpersonen in der Kinderbetreuung – als Angehörige eines typischen Frauenberufs müssen wir wiederkehrend auf Zugeständnisse warten und für mehr Anerkennung sowie gegen ständige Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen kämpfen. Dabei leisten gerade wir, das Personal in der Kinderbetreuung, enorm viel und tragen entscheidend zur Integration, Bildung und Förderung von Kindern im Vorschulalter bei.

Die aktuelle Situation in der Betreuungsbranche erschwert es, qualitativ hochstehende Arbeit zu leisten und den betreuten Kindern den Raum und die Zeit zu geben, die ihnen zustehen. Neben der zu knappen Finanzierung von der öffentlichen Hand fehlt es hauptsächlich an geeignete Rahmen- und Arbeitsbedingungen für das Personal. Prominentes Branchenbeispiel dafür sind die zahlreichen PraktikantInnen, die als billige Arbeitskräfte in Kitas eingestellt und zum gesetzlich ohnehin tiefen Betreuungsschlüssel gezählt werden.

In den Horten der Stadt Zürich sind die Rahmen- und somit die Arbeitsbedingungen zwar besser als in den vorschulischen Krippen, aber auch da gilt es sich zu wehren: Gegen die stetige Verschlechterung ihrer Arbeitsbedingungen im Zusammenhang mit dem (wünschenswerten) Ausbau der Betreuung von Schulkindern in Zürich. Die Entwicklung im Hort zeigt die fehlende Wertschätzung und Anerkennung für die Arbeit in der Kinderbetreuung, die immer mehr nach finanziellen anstatt nach pädagogischen Kriterien organisiert wird. Die Betreuungsqualität muss beim Ausbau der Tagesschulen im Vordergrund stehen. Dafür braucht es u.a. ausreichend Personal, Platz und Konzepte, welche den pädagogischen Auftrag der Tagesbetreuung erst nehmen. Erst kürzlich diffamierte ausgerechnet der zuständige Stadtrat Filippo Leutenegger die Betreuungsaufgaben im Hort, in der er unnötige Zudeckung von „Betreuungsliebe“ wittert.

Für das Wohl der Kinder und des Personals sind Veränderungen im Betreuungswesen dringend nötig – Schliessen wir die Lücken in den Köpfen und in den Gesetzten. Verschaffen wir uns endlich Gehör um etwas zu verändern!

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