Stellungsnahme zum Bericht des Online-Magazin Republik

Foto: Florian Thalmann

20.12.2019

Die Republik macht öffentlich, was in der Fachwelt bereits seit längerem diskutiert und kritisiert wurde: Missstände in Kitas, welche durch fehlende Investitionen in gut qualifiziertes Personal entstehen.

Globegarden bildet hier lediglich die Spitze des Eisbergs und ist leider keine Ausnahme, oder gar ein einsames schwarzes Schaf der Branche.

Der finanzielle Druck entsteht auch, jedoch keinesfalls ausschliesslich aus Profitgier, sondern gründet auf der ungenügenden Reglementierung und Unterstützung von Bund und Kantonen. Auch viele non-profit Kitas laufen am Limit und bereits einzelne Absenzen von Betreuenden bringen die Institutionen in Bedrängnis. Profitdenken treibt das Ganze noch auf die Spitze.

Es braucht dringend einen öffentlichen Diskurs über die Einbindung der professionellen familienergänzenden Kinderbetreuung in das Schulsystem, um sowohl Finanzierung, als auch Qualitätskontrolle so absichern zu können, dass von frühkindlicher Bildung gesprochen werden kann.

Die Äusserungen zu der momentanen Situation und den Missständen in Kitas von Raphael Golta, Vorsteher des Sozialdepartements der Stadt Zürich, wirken da nur noch höhnisch. Viel Erfahrung in der professionellen Kinderbetreuung und Pädagogik scheint er nicht zu haben. Anders können wir uns solche Aussagen nicht erklären. Wir empfehlen Herrn Golta den Austausch mit Leuten von der Basis, welche sich täglich mit dieser Materie auseinandersetzen. Vielleicht hilft dies, auch auf den Bereich der familienergänzenden Kinderbetreuung wieder einen sozialen Blick zu erlangen.

Wir als Trotzphase setzen uns für die Stärkung und Sichtbarkeit der familien- und schulergänzenden Kinderbetreuung ein und machen uns bereit, diesen Weg, mag er auch noch so steinig werden bis zum Schluss zu gehen. Zum Wohle der Kinder und der vielen belasteten Betreuenden.

Artikel im Online-Magazin Republik:

https://www.republik.ch/2019/12/18/die-firma

https://www.republik.ch/2019/12/19/da-stehen-die-eltern-in-der-verantwortung